Test des ZIMO Digitalsystems (Update 4)

Heute hat uns freundlicherweise die Firma ZIMO Ihr aktuelles Digital-System zum Test auf unserer Anlage zugeschickt. Aktuell setzen wir ja die ESU ECoS Zentrale ein, kombiniert mit verschiedenen Boostern. Damit sind wir eigentlich auch sehr zufrieden, es gibt aber hin und wieder diverse Effekte, deren Ursache wir noch nicht eindeutig eingrenzen konnten. Unsere Tests mit anderen Zentralen sollen uns dabei helfen dies eindeutig analysieren zu können. Obendrein sind die Anforderungen an die DCC-Stromversorgung ziemlich heftig, was die Endstufen der Zentralen und Booster an ihre Grenzen bringt. Auch hier gilt es herauszufinden, welches System hier stabiler arbeitet und am meisten Leistung zur Verfügung stellen kann.

Nicht weniger wichtig ist, wie gut sich die Zentrale über die Regler für das manuelle Fahren bedienen lässt, möglichst Drahtlos. Und zu guter letzt muss das jeweilige System auch problemlos mit der von uns eingesetzten Steuerungs-Software iTrain zusammen arbeiten.

Ab jetzt werden wir hier in diesem Beitrag laufen über den Fortgang unseres „ZIMO-Test“ berichten, stay tuned …

Natürlich werden wir nach Abschluss unserer kleinen Testreihe ausführlich im Vergleich zu Massoth und ESU und unserer finalen Entscheidung berichten …

  1. Update (5. Oktober 2017)
    Inzwischen haben wir mit der Einarbeitung ins ZIMO-System begonnen, es gibt bei der Zentrale (MX10) und beim (Funk)Handregler (MX32FU) jede Menge zu konfigurieren und individuell anzupassen. Natürlich testen wir erst einmal alles Wesentliche auf dem Prüfstand aus um herauszufinden, was genau für uns wichtig ist, wie es funktioniert und wie es sich für unseren Betrieb am optimalsten konfigurieren läst.
  2. Update über die Integration auf unserer Anlage (12. Oktober 2017)
    nachdem wir uns gründlich in die Bedienungs-Phylosophie der ZIMO Steuerung eingearbeitet haben, konnten wir nun mit der Integration in unsere bestehende Anlage beginnen. Im ersten Schritt wollen wir die ZIMO „nur“ für das Fahren der Lokomotiven verwenden, d.h. das Schalten der Weichen und Signale und vor allem das Auslesen der Belegtmelder via LocoNet geschieht weiterhin noch über die ESU ECoS. Das entlastet die beiden Zentralen deutlich, d.h. wir haben überall bestmögliche Reaktionszeiten im System und wir schaffen damit eine Art Backup. Sollte einmal etwas ausfallen, können wir jederzeit komplett auf das jeweils andere System (zurück) umstellen. Allerdings wird das erst dann komplett möglich sein, wenn ZIMO die LocoNet Unterstützung in der MX10 programmiert hat.
    iTrain unterstützt diese Vorgehensweise perfekt und mit wenigen Mausklicks !
    Übrigens können wir unsere ESU ECoS dann via „Sniffer-Eingang“ auch als zusätzliches Fahrpult an der MX10 betreiben, inkl. aller dort angeschlossenen Handregler. Das wird aber erst möglich sein, wenn ZIMO den Sniffer-Eingang bei der MX10 per Software-Update nachliefert, was geplant ist.
    Apropos Update. Das ist ja bisweilen ein kompliziertes und allgemein ungeliebtes Thema, weil es nicht immer ganz einfach ist und manchmal Probleme bereiten kann. Nicht so bei ZIMO, das Updaten der Zentrale und der Handregler ist sehr einfach, schnell und Problemlos. Ausserdem beschreibt ZIMO immer ganz klar was verbessert und erweitert wurde, bzw. was als nächstes geplant ist.
  3. Update Stromversorgung (16. Oktober 2017)
    Nachdem iTrain unsere Anlage jetzt auch über die ZIMO fahren kann, geht es an das Thema Stromversorgung. Die MX10 bietet ja 20 Ampere! Dabei liefert sie 12A am Gleisausgang 1 und weitere 8 Ampere am Gleisausgang 2, welcher zugleich auch das „Programmiergleis“ darstellt. Theoretisch könnte man diese beiden Ausgänge auch koppeln, das geht aber erst, wenn ZIMO hierfür eine entsprechende Software-Erweiterung für die MX10 bereit stellt. Bis dahin teilen wir die beiden Booster-Abschnitte einfach auf unsere Anlage entsprechend auf. So lange wir immer nur 1-2  Züge fahren lassen würden, wäre das auch kein Problem. Aber alleine unser Santa Fe „Super Chief“ Streamlinerzug mit seinen 11 schweren Wagen und den 3 ALCO PA1 Loks gönnt sich locker 8 Ampere und mehr, und dabei sind noch nicht einmal die Rauchgeneratoren in Betrieb. Dank iTrain können wir ja problemlos immer so 6+ Züge gleichzeitig (automatisch) fahren lassen. Und damit treiben wir dann selbst die ZIMO sofort über die 12A und somit in die sofortige Notabschaltung. ZIMO plant weitere MX10 als reine Booster an der Zentrale betreiben zu können. Dazu sind aber erst noch diverse Software-Erweiterungen notwendig. Bis es also so weit ist, wollen wir unsere bereits vorhandenen Booster via „CDE“ Schnittstelle anschließen um auch weiterhin in allen Anlagen-Abschnitten jederzeit genügend Strom zur Verfügung zu haben, Wie das genau geht berichten wir in Kürze.

    Was die ZIMO MX10 aber zusätzlich gegenüber allen anderen Zentralen auszeichnet, ist wie die „Strom-Steuerung“ individuell konfigurierbar ist und genau das ist u.a. bei großen Anlagen mit hohem Stromverbrauch und langen, schweren Zügen sehr von Vorteil. So kann man für jeden Gleisausgang alle Parameter ganz feinfühlig einstellen, also Spannung, max. Stromstärke, Hochfahr-Verhalten, Kurzschluss-Erkennung und -Reaktion, etc.
    Auch beim „Notstop“ hat man diverse Konfigurationsmöglichkeiten. Also z.B. „nur“ das stoppen der gerade auf dem Handregler aktiven Lok, Sofortstop aller Loks am Gleisausgang 1 oder 2 oder beide oder sofortiges Abbremsen aller Loks, gemäss ihren individuell im Dekoder hinterlegten Bremskurven ! Das hat den Vorteil, dass es bei einem Problem nicht sofort auf der ganzen Anlage zu einem „radikalen“ Anhalten aller Loks kommt, den das sorgt ja in der Folge oft für diverse Komplikationen, da ja z.B. besonders lange Züge in Kurven dann entkuppeln und/oder entgleisen können.
  4. Update über das Programmieren des Handreglers MX32FU (20. Oktober 2017)
    Um es gleich vorweg zu nehmen, dieser Funkhandregler gehört mit zum besten, was uns bis dato unter die Lokführer-Finger gekommen ist !
    Haptik, Gewicht, Bedienbarkeit, Funktionalität, Display, Funkreichweite und Stabilität, Updatebarkeit, Akkukapazität, einfach alles, ein super Produkt, da macht es richtig Spass seine Loks individuell damit auf der Anlage zu fahren.
    Gerne wird ja darüber gestritten, was besser zum Fahren mit Handregler ist, Touch-Screen, Tasten, Drehknopf oder Schieber. Wir hatten hier ja schon alles in Betrieb und unser Fazit ist, per Schieber (mit dem MX32FU) funktioniert es am besten und feinfühligsten! Wer das einmal kennen gelernt hat, will anschließend nichts anderes mehr. Zumal beim MX32FU der Daumen zum Bedienen des Fahrreglers (Schieber) perfekt an der richtigen Stelle sitzt, ganz Stressfrei. Ausserdem ist auch das „Feedback“ eindeutig, den der Finger „fühlt“ an der aktuellen Schieberposition, wo wir uns in der Geschwindigkeitskurve der jeweiligen Lok gerade befinden und zusätzlich erhält man auf dem Display zusätzlich sowohl die aktuelle Stellposition als auch die DCC-Fahrstufe und den (echten RailCom) Tachowert.

    Eigentlich kann iTrain ja alle unsere Loks bereits jetzt über die ZIMO fahren und einfach schnell eine beliebige DCC Adresse am Handregler eingeben und eine Lok zu fahren ist auch in 1 Sekunde erledigt. Aber der Regler bietet ja viel mehr und das bedeutet, dass man natürlich etwas Konfigurationsaufwand treiben muss um dem MX32 jede Lok ganz genau bekannt zu machen, also das Hinterlegen der Funktion-Tasten mit den jeweils passenden (farbig animierten) Symbolen und dem Einteilen eines passenden Lokbildes, entweder aus der vorhandenen Bibliothek oder eines selbst erstellten Bildes. Die Darstellung aller Betriebsabläufe am brillanten OLED Display lässt sich dann ebenfalls gemäß den eigenen Präferenzen konfigurieren. Das MX32 unterstützt auch die Darstellung eines Tachos. Wenn der jeweilige Lokdekoder das unterstützt, so wie die neuen ZIMO Dekoder, dann kann die Lok via Railcom die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit im System zurück melden und der Handregler zeigt das dann entsprechend in Echzeit korrekt an, bisher auch einmalig, müssen wir aber noch in Ruhe testen, das kommt später …
    Auch das Programmieren und Steuern von Mehrfachtraktionen beherrscht das MX32 perfekt. Vor allem auch hier im Zusammenspiel mit entsprechend konfigurierbaren Lok-Dekodern, lassen sich komplizierte Mehrfachtraktionen besser in den Griff bekommen, auch dazu in Kürze mehr.
    Wichtig ist auch, dass das MX32 seine aktuelle Konfiguration mit allen Bildern und Symbolen in der Zentrale MX10 ablegt, so dass ein neues, weiteres MX32 beim Einschalten sofort darauf zugreifen kann und nicht erst aufwendig neu programmiert werden muss. Obendrein kann man auch alle Informationen aus dem MX32 individuell per USB Stick sichern und wieder einspielen, das bietet zusätzliche Sicherheit und Komfort, wenn mal etwas neu aufgesetzt werden muss.
    So lange das MX32 per Kabel am CAN-Bus der Zentrale angeschlossen ist, wir natürlich automatisch der Akku geladen. Löst man diese Kabelverbindung, geht das MX32FU, sofort in den Funkmodus. Und dieser Funkbetrieb funktioniert auf unserer großen Anlage exzellent, auch durch die Steinwände zum Schattenbahnhof hindurch. Auch da hatten wir über die Zeit it den verschiedenen Handreglern auf dem Markt diverse Probleme aller Art, denn dieses Thema ist nicht ganz trivial und die Lösungsansätze sind durchaus sehr unterschiedlich.
    Die ZIMO MX10 erlaubt aber auch den Betrieb diverser anderer Handregler, wie z.B. Rock WLAN-Maus, den Massoth Navigator. u.a.  Auch das werden wir später dann noch etwas testen …
    Was aber sofort schon geht und nichts kostet, ist die Roco (Z21) Mobile App. Die kann man für Android und iOS Smartphones und Tablets kostenlos herunter laden und sofort als zusätzlichen Handregler mit der MX10 Zentrale verbinden!
    Das ist ein tolles Feature, hier setzen wir aber auf die mobile App von iTrain, die leistet noch wesentlich mehr. Und da sie nicht direkt auf die Zentrale zugreift sondern vielmehr über iTrain integriert ist, erlaubt das einen perfekten Betrieb der Anlage, mit vielen „kostenlosen“ Funkhandreglern.
    Aber wie gesagt, das ist Geschmacksache und es geht eigentlich nichts über die perfekte Haptik und Funktionalität einer MX32FU mit echten Tasten und Reglern, gegenüber einem Touch-Screen Display, welches obendrein im System immer auch eine gewisse Latenz hat, d.h. wenn man etwas drückt, dauert es u.U. etwas, bis die Aktion auf der Anlage ausgeführt wird, auch wenn s nur eine Sekunde ist.
  5. Was steht als nächstes zum Test an ?
    – Booster-Integration
    – Mehrfachtraktionen
    – Weitere (verschiedene) Handregler
    – RailComm Funktionalitäten
    – etc. …..

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.