Digitalisierung unserer Loks

So nach und nach gehen wir neben dem weiteren Ausbau und der Detaillierung unserer Anlage auch an die Digitalisierung unserer „alten“ Lokomotiven. Im einfachsten Fall geht das recht schnell, einfach den Dekoder an die Stromversorgung über die Räder anschließen und den Motor direkt auf den Dekoder schalten, fertig.

Aber wer will es schon einfach und bei den vielen Möglichkeiten, die die heutigen Dekoder bieten, will man auch bei „alten“ Lokomotiven möglichst viel umsetzen und nutzen. Unsere Union Pacific EMD E8 ist so ein Beispiel. Das ist eine tolle, große Maschine, ehemals gebaut von Aristocraft und heute kaum noch gebraucht zu bekommen. Vor allem keine „Union Pacific“, noch seltener eine passende 2. A-Unit mit anderer Road Number und schon gar nicht eine B-Unit, da diese von Aristocraft nie gebaut wurde. Per Zufall konnten wir aber solch ein tolles 3er Set von einem Modelleisenbahner in USA erwerben, der seinerzeit aus 2 A-Units eben auch diese „neue“ B-Unit selbst gebaut hatte. Da alles noch analog war, sind wir jetzt an die Digitalisierung dieser 3 Maschinen gegangen.

Übrigens testen wir parallel ja auch die aktuelle ZIMO MX10 Digitalzentrale, inkl. der passenden MX32FU Funkhandregler. Und speziell im Zusammenspiel damit können diverse Funktionalitäten der ZIMO Lokdekoder noch besser ausgenutzt werden. Unseren aktuellen Testbericht zur MX10 finden Sie hier.

Die eingebaute Analog-Elektronik kann man dabei gleich als erstes komplett entfernen. Und wenn man schon dabei ist, sollte man die anfälligen und Strom fressenden Glühlämpchen gegen modernere LEDs austauschen.

Auf der Front-Licht Platine finden sich nun das Hauptfahrlicht, die Richtunsglichter und die Nummernschild-Beleuchtung. Zusätzlich auch das sog. Mars-Light. Das sind zwei LEDs, die im Wechsel auf- und Abdimmen. Natürlich hat auch unser Führerstand eine Beleuchtung, der wiederum bei Fahrt automatisch ausgeschaltet wird.

Zusätzlich haben wir dann noch ein kleines Hilf-Rückfahrlicht und auf dem Dach ein blinkendes Rangierlicht hinzugefügt.


Dank der vielen Funktionsausgänge und Programmiermöglichkeiten des ZIMO MK699KV Decoders können alle diese Lichter individuell und direkt angesteuert werden und ihre Funktionen, wie z.B. Mars Light, blinkendes Rangier-Licht, etc., ganz gezielt direkt programmiert werden.

Da der MK699KV auch integrierte Speicherkondensatoren besitzt, sind kleine Stromunterbrechungen durch Schmutz oder isolierte Weichen-Herzstücke kein Problem mehr. Die Loks fahren weiter ohne ins Stocken zu kommen und auch der Sound läuft unterbrechungsfrei weiter, man merkt also nichts mehr von den üblichen, kleinen Problemen auf der Strecke.

Der MK699KV kann auch zwei Rauchgeneratoren ansteuern und genau das kommt uns bei dieser großen Lok ebenfalls zugute. Wenn man das optimal nutzen will, so muss man die Standard Rauchgeneratoren von Aristocraft noch leicht modifizieren.

Im Grunde genommen eliminiert man auch hier die im Generator verbaute analoge Elektronik und führt die Heizspule und den Lüfter direkt heraus um beides so auch direkt am ZIMO MK699KV Dekoder anzuschließen. Der kann dann seinerseits entsprechend programmiert werden um ein realistisches Rauch-Verhalten darzustellen.

Parallel dazu spielt man dann auch noch das passende Sound-Projekt auf den Dekoder auf und programmiert es entsprechend um es auf das gewünschte Fahrverhalten der Lok anzupassen. Auch hierzu finden sich auf der ZIMO Webseite viele Sound-Projekte die meistens schon gleich passen oder entsprechend modifiziert und erweitert werden können.

Programmiert wird das alles durch eine relativ komplizierte Zuordnung der vielen CV-Variablem im Dekoder. Ganz bequem geht es aber bei ZIMO mittels des Programmiergerätes MXULF und der zugehörigen Software ZCS und ZSP, beides kostenlos zum Download von der ZIMO Webseite.

Hilfreich ist auch, dass man aus dem Programm heraus über das MXULF die Lok auf dem Prüfstand auch gleich Probefahren kann, bzw. alle Funktionen und Sounds austesten kann. Das geht entweder über das Fahrpult von ZCS oder ZSP auf dem Computer-Bildschirm oder am Gerät direkt. Da das MXULF aber maximal nur 2A am Gleisausgang zur Verfügung stellt muss man bei großen Loks aufpassen, nicht zu schnell zu fahren oder die Rauchgeneratoren zu lange in Betrieb zu nehmen. Da bei solchen Aktionen schnell die 2A überschritten werden können, schützt sich das MXULF selbst und stellt automatisch ab. Ein unmittelbarer Restart mit Fahrstufe Null ist natürlich kein Problem.

Bei der Programmierung über das MXULF kann man dann wählen ob das über’s Gleis geschieht (langsam) oder über die SUSI-Schnittstelle (schnell). Letzteres ist natürlich sehr angenehm um neue Sound-Projekte in den Dekoder zu laden, denn hier liegt dann der Unterschied zwischen 2 oder 20 Minuten !

Generell ist auch das Programmieren ohne angeschlossenen Computer möglich, einfach die entsprechend vorkonfigurierten Dateien in ihren entsprechenden Formaten auf einen USB-Stick laden, ins MXULF einstecken und dort die entsprechende Update-Funktion über die entsprechenden Funktion-Tasten auslösen.

Natürlich kann man am MXULF selbst auch jeden CV Wert auslesen, bzw. eingeben und auch die Lok direkt fahren und steuern, bzw. ihre Adresse und Informationen zum Dekoder automatisch erkennen lassen.

Als nächstes können wir die neue Lok nun auch in der ZIMO Zentrale anlegen und das GUI des MX32 Handreglers entsprechend konfigurieren, so sieht man auch auf einen Blick, welche Taste welche Funktion in dieser Lok auslöst.

Nachdem diese Lok nun auch digital mit all ihren vielen Funktionen so läuft wir gewünscht, geht es als nächstes an die Digitalisierung der B-Unit. Da läuft alles genau gleich, nur dass die Be-Unit in Ermangelung eines Führerstandes dann auch keine Lichtfunktionen hat. Für hat sie aber ebenfalls 2 Rauchgeneratoren und den selben Sound.

Die hier verbauten ZIMO Dekoder MK699 erlauben auch das Programmieren einer sog. „Verbund-Adresse“ (Consist), via CV 19 + 20. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass man die beteiligten Loks über ihre individuelle Adresse jederzeit einzeln fahren kann, bzw. eben über diese „spezielle“ Verbund-Adresse auch gemeinsam. Außerdem kann man, zumindest bei ZIMO-Dekodern, pro Lok individuell das Zusammenspiel der Funktionen im Consist programmieren. Z.B. Licht nur bei der ersten Lok, Sound und Rauch aber bei allen, etc. Das ganze dann natürlich auch noch abhängig von der jeweiligen Fahrtrichtung. Beim Sound lassen wir bei der B-Unit dann eben die verschiedenen Hörner und die Glocke weg. Auch die Fahreigenschaften lassen sich in gewissen Bereichen über die entsprechende CV-Programmierung aufeinander abstimmen.
Dabei kann man die Decoder so programmieren, dass man über eine der 28 Funktions-Tasten steuern kann, unter welcher der beiden Adressen die Lok jeweils ansprechbar sein soll.

Bei den aktuellen ZIMO-Dekodern (ab Firmware V37.16) ist es auch so, dass sie auf beide Adressen reagieren, also entweder die eigentlich Lok „Einzeladresse“ oder die gemeinsame „Verbundadresse“, je nachdem unter welcher der beiden Adressen nach einem Stillstand zuerst der neue Fahrbefehl gesendet wird. Eine genial einfache Lösung, denn so lässt sich sofort der Verbund (Consist) gemeinsam fahren oder jede Lok aus eben diesem Verbund einzeln, z.B. wenn der Verbund aufgetrennt wird.

Inzwischen haben wir auch die Digitalisierung der 2. A-Unit abgeschlossen. Diese gewaltige 3er Traktion gönnte sich nun auch so zwischen 6 bis 10 Ampere. Wenn alle 6 Rauchgeneratoren eingeschaltet sind, kommen dann noch einmal 7 Ampere extra dazu!

2 Kommentare

  1. Phantastisch, der Dreierset . . . !! Gratuliere. Und der Bericht über die Digitalisierung, einfach absolut gelungen. Nicht zuletzt auch wegen den sehr guten Bildern.

    Nun fehlt halt nur noch das passende Weathering . . aber das ist ja halt Geschmacksache.
    Es Grüessli us dä Bündner Berga
    „the Mountaineer“

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